In den vergangenen Wochen häuften sich Berichte über zivile Kollateralschäden in Afghanistan in Folge von Luftangriffen von ISAF. Die "New York Times" veröffentlicht dazu heute einen Artikel, der auf die Hintergründe des Einsatzes von Luftangriffen in Afghanistan eingeht. Es werden u.a. Beispiele für äußerst restriktiven Regeln genannt, welche Kollateralschäden verhindern sollen.
Glenn L. Carle war bis 2007 innerhalb der CIA in hochrangiger Funktion für transnationale Bedrohungen zuständig. In einem interessanten Meinungsartikel wendet er sich gegen die These, dass von militanten Islamisten eine strategische Bedrohung ausgehe.
Volker Perthes unterstellt in einem Interview auf Deutschlandradio Kultur (via FDOG) der iranischen Regierung, nur passiv auf das Handeln der USA im Irak und in Afghanistan zu reagieren. Hauptmotiv der iranischen Politik sei die Wahrnehmung von Bedrohung durch die USA.
Nachdem der sudanesische Präsident al-Bashir und weitere Personen aus dem Umfeld der Regierung durch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag u.a. wegen Kriegsverbrechen im Darfur angeklagt wurden, gab es international Befürchtungen, dass die sudanesische Regierung als Reaktion gegen die weitgehend wehrlosen und ineffektiven Kräfte der VN in Darfur (UNAMID) vorgehen könnten. Einige bewaffnete Angriffe gegen UNAMID wurden mit der Entscheidung des ICC in Verbindung gebracht. Sorgen bezüglich weiterer Übergriffe bestätigten sich bislang jedoch nicht. Es könnte sich bei den Vorfällen angesichts der unübersichtlichen Lage um unkoordinierte Übergriffe gehandelt haben.
Unsere erste Bewertung nach dem "Gefangenenaustausch" hat sich bestätigt: Die Maßnahme hat eher destabilisierend gewirkt, die Hizbollah gestärkt und kompromissorientierte Teile der libanesischen Politik geschwächt.
Mit solchen menschenverachtenden Darstellungen disqualifiziert sich die "Friedensbewegung" ein weiteres Mal moralisch.
Zum heute erfolgten Austausch der Leichen israelischer Soldaten und den in Israel inhaftierten libanesischen Terroristen gibt es folgendes zu bemerken:
Musa Qala in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans war die einzige größere Ortschaft des Landes, die von den Aufständischen zeitweise offen kontrolliert wurde, bevor sie Ende vergangenen Jahres von der afghanischen Armee und ISAF befreit wurde.
Die Hintergründe des Angriffs auf eine amerikanische Stellung in der Provinz Kunar, bei dem neun amerikanische Soldaten getötet worden waren, sind jetzt veröffentlicht worden. Demnach haben die Aufständischen versucht, die Stellung mit rund 200 Kämpfern zu überrennen, bevor ihr Angriff durch Artillerie und Luftangriffe zerschlagen werden konnte. Durch die Art und Weise ihres Vorgehens provozierten die Aufständischen dabei offenbar wiedermals zivile Opfer und verloren ihrerseits vermutlich mehrere Dutzend Kämpfer.
Im Südosten Afghanistans entlang der Grenze zu Pakistanhatte sich die Lage bis zum Beginn des Frühjahrs gegenüber dem Vorjahr deutlich gebessert, und die von den Aufständischen angekündigte "Frühjahrsoffensive" war nicht erkennbar.
Weil sich die Bundesregierung bzw. Verteidigungsminister Jung sich weiterhin weigert, die Mandatsobergrenze für das deutsche ISAF-Kontingent zeitgerecht zu erhöhen, müssen die im Raum Kunduz erfolgreich eingesetzten Fallschirmjäger jetzt offenbar abgezogen werden. Es war den Fallschirmjägern gelungen, durch Patrouillen die Zahl der Angriffe der Aufständischen deutlich zu reduzieren. Aufgrund der Entscheidung des Ministers ist dieser Fortschritt nun in Frage gestellt."Ein solcher sehr, sehr schwieriger Einsatz ... erfordert zwingend politische Führung. Zur politischen Führung gehört, dass man rechtzeitig veränderte Situationen erkennt und dieses auch entsprechend auch politisch umgesetzt. Dieses ist durch den Minister nicht geschehen. Er hat abgewartet und noch mal abgewartet. Dadurch ist wichtige Zeit verloren gegangen...Ich habe den Eindruck, dass der Verteidigungsminister diesen ... Afghanistan-Einsatz nicht richtig führt. Es mangelt ihm hierbei an Führungsstärke, an politischer Führungsstärke und es mangelt ihm hier an politischer Überzeugungskraft."Der Beitrag enthält noch weitere lesenswerte Kommentare zur deutschen Afghanistanpolitik, insbesondere zu den fragwürdigen Einsatzregeln, denen die Bundeswehr dort unterworfen ist. Rainer Stinner (FDP):
Die jüngsten Raketentests dürften sich für die iranische Regierung eher als kontraproduktiv herausstellen.
Oberstleutnant Jürgen Rose ist Aktivist der Gruppierung "Darmstädter Signal", die sich auf ihrer Internetseite damit schmückt, gerne vom Ex-SED-Organ "Neues Deutschland" zitiert zu werden. Bislang fiel Rose vor allem dadurch auf, dass er Kameraden des KSK als "Kommando Spezialkiller" und "Todesschwadronen" titulierte, bereitwillig der Hizbollah-nahen Internetseite "Muslim Markt" ein Interview gab und die Aufständischen in Afghanistan trotz deren Massakern an afghanischen Zivilisten zum "afghanischen Widerstand" aufwertete. Innerhalb der Friedensbewegung gilt OTL Rose aufgrund seines Arbeitsgebers als Bundeswehrkritiker mit Innenperspektive und Fachkompetenz und wird deshalb gerne als Kronzeuge für eigene Positionen herangezogen.
Nach dem jüngsten Anschlag gegen die indische Botschaft in Kabul hat eine Diskussion über eine mögliche Rolle pakistanischer Stellen bei Vorbereitung und Durchführung des Anschlags eingesetzt.
Parteiübergreifend diskutiert man in Deutschland über "Exit-Strategien" für den deutschen Afghanistan-Einsatz.
Der ehemalige Sanitätsoffizier Reinhard Erös ist ein ernstzunehmender Beobachter der Lage in Afghanistan. Mit seiner langjährigen Präsenz vor Ort dürfte er einer der erfahrensten deutschen Afghanistankenner sein.
Die Strategie der pakistanischen Regierung, militante Islamisten durch Verhandlungen und Waffenstillstände von Operationen innerhalb Pakistans abzuhalten, ist offenbar erneut gescheitert. Unter diesen Bedingungen muß die pakistanische Regierung zumindestens punktuell zu militärischem Vorgehen zurückkehren und revidiert ihre Strategie.
Für eine akkurate Bewertung der iranischen Politik müssen die Positionen der iranischen Führung verstanden werden.